Kreiswahlprogramm 2026

Für einen solidarischen, nachhaltigen und antifaschistischen Landkreis Freising

Wir stehen im Landkreis Freising für linke Werte und ein gutes Leben für alle. Wir schützen marginalisierte Gruppen und kämpfen für nachhaltige Lösungen, die allen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen.

Wohnen ist ein Grundrecht und doch wird Wohnraum auch in Freising immer mehr zum Spekulationsgut. Steigende Mietpreise treiben immer mehr Menschen in die Armut. Als Kommune sind wir verpflichtet, würdige Lebensumstände für alle zu schaffen, da besonders benachteiligte Menschen unter den Entwicklungen leiden. Sicherer Wohnraum ermächtigt alle Menschen dazu, frei über Wohn- und Arbeitsort zu entscheiden und sich unabhängig zu entwickeln. Darum fordern wir:

 

  • Baurecht nur gekoppelt an eine Quote für sozialen Wohnraum erteilen.
  • Mietpreisbremse durchsetzen.
  • Stärkung kommunaler Wohnungsbau-Gesellschaften, partizipativer Wohnungsbaugenossenschaften und Mietshäuser-Syndikats-Projekten.
  • Unbefristete Sozialwohnungsbindung für alle Neubauwohnungen.
  • Keine Privatisierung von kommunalem Boden.
  • Bau von Auszubildenden-Wohnheimen durch die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften.
  • Langjährigen Leerstand erfassen und nutzen.

 

Als Arbeit- und Auftragsgeberin müssen die Kommunen mit gutem Beispiel voran gehen und sich für einen Lohn einsetzen, von dem alle gut leben können. Deshalb fordern wir:

 

  • Kommunales Tariftreuegesetze einführen.
  • Mindestlohn von 15 € für kommunale Mitarbeitende einführen.
  • Vorrang für soziale, nachhaltige und lokale Unternehmen bei kommunalen Ausschreibungen.
  • Gleichstellungsprogramme in öffentlicher Verwaltung fördern.
  • Erfüllung der Schwerbehindertenquote als kommunaler Arbeitgeber.
  • Mehr Fördermittel für Auszubildende und Studierende in sozialen Berufen.

Für eine lebenswerte Zukunft für alle müssen wir an unseren Klimazielen festhalten und diese kontinuierlich nachschärfen. Für unsere Kommune müssen Lösungen entwickeln werden, die den Klimaveränderungen standhalten und langfristig nachhaltig funktionieren. Dafür müssen wir arbeiten an:

 

  • Regenerativ beheiztes Fernwärmenetz mit kostengünstigen Tarifen.
  • Schutz und weitere Renaturierung von Flächen im „Freisinger Moos“.
  • Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft.
  • Ausbau von Stadtbegrünung und Schutz unversiegelter Flächen.
  • Nachhaltige Verkehrspolitik mit Fokus auf ÖPNV, Fuß- und Radverkehr.
  • Regelmäßige Kontrolle und Reflexion um gesetzte Klimaziele zu erreichen.
  • Ausbau von kommunalem Klimaschutzmanagement.

Freier Zugang zu Mobilität bedeutet individuelle Freiheit in der Wohn- und Arbeitsplatzwahl und soziale Teilhabe. Als Kommune müssen wir allen Menschen die Möglichkeit bieten, unabhängig von finanziellen und körperlichen Möglichkeiten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Hierfür fordern wir:

 

  • Verkehrskonzepte, die Radverkehr einfacher und sicherer gestalten.
  • Ausbau der Lastenrad- und Anhängerförderung.
  • Aufbau von kommunalen Leihfahrrad-Flotten.
  • Innerorts flächendeckend Tempo 30 einführen.
  • Konzepte zur Reduktion von Individualverkehr im Umland durch Ausbau des ÖPNV-Netzes und Förderung von Mitfahrgelegenheiten.
  • Deutschlandticket als 25€-Sozialticket für alle Sozialleistungsempfänger*innen einführen.
  • Kostenloses Deutschlandticket für Schüler*innen einführen.
  • Entkriminalisierung von Fahren ohne Fahrschein.
  • Ausbau des landkreisweiten Fahrradwegenetzes.

Zu einem guten Leben braucht es kulturelle Räume, die zu Begegnung, Entfaltung und Erholung genutzt werden können. Kommunen müssen hier mehr Fördergelder bereitstellen, um Begegnungsräume unabhängig von sozialen und finanziellen Hintergrund allen Bürger*innen zugänglich zu machen. Daher fordern wir:

 

  • Kommunale Kultur- und Kunstförderprogramme für lokale Kunstschaffende und engagierte Bürger*innen.
  • Ein Maßnahmenprogramm für konsumfreie Räume.
  • Konzepte zur Nutzung leerstehender Ladenflächen.
  • Ausbau von Angeboten des Sozialpasses.

Eine gute und flächendeckende Versorgung ist Voraussetzung für eine soziale Kommune. Deswegen fordern wir:

 

  • Personalschlüssel in Pflegeberufen aufstocken.
  • Förderung von Mehrgenerationenwohnen und inklusiven Wohnkonzepten.
  • Gesundheitsversorgung sicherstellen mit niedrigschwelligem, barrierefreiem Zugang zu kommunalen Gesundheitszentren mit Fachärzt*innen.
  • Entwicklung eines kommunalen Förderungsprogramms für Nachbarschaftshilfe.
  • Mehr Trinkwasserbrunnen und Sprühnebelduschen an öffentlichen Plätzen und Spielplätzen.

Die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen sollen nicht von sozialer Herkunft und Mitteln der Herkunftsfamilie abhängen. Wir fordern daher für eine Förderung aller Kinder und Jugendlicher in Freising:

 

  • Gebührenfreie Kindertagesstätten und Ganztagsangebote mit hochwertigem, kostenlosem Mittagessen an allen Einrichtungen.
  • Erweiterung von Schulsozialarbeit an allen Schulen sowie an Kindertagesstätten und Schaffung von multiprofessionellen Teams zur Unterstützung bei Inklusion und Vielfalt.
  • Förderung von Jugendparlamenten und Einbindung in die Kommunalpolitik.
  • Ausbau von kommunalen Freizeitangeboten.
  • Keine Werbung der Bundeswehr bei öffentlichen Veranstaltungen, in Schulen und kommunalen Zusammenhängen.
  • Schaffen von Beratungsstellen für Betroffene von Zwangsdiensten.

Die Gleichstellung aller Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Behinderung oder Herkunft ist zentral für den Landkreis Freising, damit alle hier gut leben können. Wir fordern:

 

  • Sicherstellung, dass in kommunalen Betrieben, Verwaltung und beauftragten Unternehmen gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit bezahlt wird.
  • Verwendung geschlechtersensibler Sprache in der kommunalen Verwaltung.
  • Ausbau von Frauenhäusern und Schaffen von Wohnraum für Betroffene von häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt.
  • Förderung von von queeren Schutzräumen und Projekten sowie Beratungsstellen.

Wir fordern eine solidarische und menschenwürdige Kommunalpolitik. Der Landkreis Freising muss ein sicherer Hafen für alle Menschen werden, unabhängig von ihrer Herkunft. Wir fordern:

 

  • Soziale Durchmischung durch Unterbringung von Geflüchteten in kleineren Unterkünften in allen Kommunen statt Groß- und Sammelunterkünften.
  • Integrative Ausbildungsprogramme von Seiten der Kommunen.
  • Auskömmliche Finanzierung von unabhängigen Stellen zur sozialen Integration, sowie Zugang zu Sprachkursen und Arbeitsvermittlung.
  • Pflege und Aufrechterhaltung kommunaler Partnerschaften zum Austausch und zur Völkerverständigung.
  • Abschaffung der Bezahlkarte für Geflüchtete.
  • Keine Abschiebungen aus dem Landkreis Freising.